IT Aktualisiert am 05. August 2026 12 Min. Lesezeit

Microsoft 365 und Google Workspace absichern: Die zwölf wichtigsten Einstellungen

Beide Plattformen sind im Auslieferungszustand nicht sicher konfiguriert. Zwölf Einstellungen, die den Großteil der typischen Angriffe abfangen, mit Aufwand und Wirkung.

Kurz gesagt
  • Beide Plattformen sind im Auslieferungszustand nicht sicher konfiguriert.
  • Mehrfaktor überall, keine Altprotokolle und keine externen Weiterleitungen decken den Großteil der Angriffe ab.
  • Administratorrechte gehören in getrennte Konten, nicht in das Alltagskonto.
  • Der Papierkorb ist kein Backup, für beide Plattformen braucht es eine eigene Sicherung.

Microsoft 365 und Google Workspace sind solide Plattformen, aber die Standardkonfiguration ist auf reibungslosen Start ausgelegt, nicht auf Sicherheit. Die folgenden zwölf Einstellungen fangen den Großteil dessen ab, was kleinen Betrieben tatsächlich passiert. Die meisten sind an einem Vormittag erledigt.

Zugang

  1. Mehrfaktor für alle Konten. Ohne Ausnahme, auch für Geschäftsführung und Dienstkonten. In Microsoft 365 über Richtlinien für bedingten Zugriff oder die Sicherheitsstandards, in Google Workspace über die erzwungene Bestätigung in zwei Schritten.
  2. Phishing-resistente Verfahren bevorzugen. Passkeys oder Sicherheitsschlüssel für Administratoren und für Personen mit Zahlungsbefugnis. SMS ist die schwächste Variante.
  3. Alte Anmeldeverfahren sperren. Legacy-Authentifizierung in Microsoft 365, weniger sichere Apps in Google Workspace. Diese Wege umgehen den zweiten Faktor.
  4. Getrennte Administratorkonten. Ein eigenes Konto für Verwaltung, das weder Mail liest noch im Alltag genutzt wird, plus ein dokumentiertes Notfallkonto.

Mail

  1. SPF, DKIM und DMARC einrichten. Ohne diese Einträge kann jeder in Ihrem Namen schreiben. DMARC schrittweise von none auf quarantine und reject stellen.
  2. Externe Weiterleitungen sperren. Automatische Weiterleitung nach außen ist das häufigste Werkzeug nach einer Kontoübernahme.
  3. Warnhinweis für externe Absender. Ein Banner in Mails von außerhalb erhöht die Aufmerksamkeit bei Absenderfälschungen spürbar.
  4. Anhangs- und Linkprüfung aktivieren. Defender for Office in Microsoft 365, erweiterter Schutz vor Phishing und Schadsoftware in Google Workspace.

Daten und Geräte

  1. Freigaben eingrenzen. Standard auf intern setzen, öffentliche Links nur mit Ablaufdatum, geteilte Ordner regelmäßig prüfen.
  2. App-Berechtigungen kontrollieren. Drittanbieter-Apps mit Zugriff auf Postfach und Ablage brauchen eine Freigabe, keine Selbstbedienung.
  3. Geräteverwaltung aktivieren. Mindestens Bildschirmsperre, Verschlüsselung und Fernlöschung für Mobilgeräte mit Firmendaten.
  4. Eigenes Backup einrichten. Beide Anbieter sichern gegen Ausfall, nicht gegen Löschung, Verschlüsselung oder Kündigung. Ein separates Backup ist Pflicht, siehe Backup-Strategie.

Wirkung im Verhältnis zum Aufwand

MaßnahmeAufwandWirkung
Mehrfaktor erzwingenhalber Tag inklusive Einweisungsehr hoch
Altprotokolle sperreneine Stundehoch
Externe Weiterleitungen sperren15 Minutenhoch
SPF, DKIM, DMARChalber Tag plus Beobachtunghoch
Eigenes Backupein Tag Einrichtungsehr hoch

Was danach regelmäßig passieren sollte

Einmal im Quartal: Konten austretender Mitarbeiter prüfen, Administratorrechte durchsehen, angebundene Apps kontrollieren, öffentliche Freigaben aufräumen und eine Wiederherstellung testen. Das dauert eine Stunde und verhindert das langsame Aufweichen der Konfiguration. Wenn Sie ohnehin vor der Plattformentscheidung stehen, hilft der Vergleich beider Plattformen.

Fynn Thöne
Fynn Thöne

IHK-zertifizierter Fachinformatiker für Systemintegration, Gründer von Fynn IT in Berlin.

Aktualisiert am 05. August 2026

Häufige Fragen

Nein. Die Sicherheitsstandards sind ein guter Anfang, decken aber weder Weiterleitungsregeln noch Freigaben, App-Berechtigungen oder ein eigenes Backup ab.

Ja. Beide Anbieter schützen vor Infrastrukturausfällen, nicht vor versehentlichem Löschen, Ransomware im synchronisierten Ordner oder dem Verlust eines Kontos.

Passkeys oder Sicherheitsschlüssel, danach Authenticator-Apps mit Nummernabgleich. SMS ist besser als nichts, aber angreifbar.

An neuen Postfachregeln, unbekannten Anmeldeorten, plötzlich gekoppelten Geräten und Weiterleitungen nach außen. Diese Punkte gehören in die Quartalsprüfung.

Für einen Betrieb mit zehn bis dreißig Konten sind ein bis zwei Arbeitstage realistisch, das Backup eingerechnet. Die Kommunikation mit dem Team braucht dabei meist mehr Zeit als die Technik.

Kaum. Mehrfaktor fällt nach der Einrichtung selten auf, weil Geräte als vertrauenswürdig hinterlegt werden können. Spürbar sind vor allem strengere Freigaberegeln, und die lassen sich gezielt lockern.
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