Make und n8n sind die zwei populärsten Werkzeuge, um Abläufe zwischen Programmen ohne klassische Programmierung zu automatisieren. Beide arbeiten mit visuellen Flows: Man verbindet Bausteine, definiert Bedingungen und lässt Aufgaben im Hintergrund laufen.
Was Sie damit typisch lösen
- Neue Formularanfragen automatisch in CRM, Mail und Team-Chat verteilen.
- Rechnungen aus dem Shop in die Buchhaltung übertragen.
- Termine aus dem Kalender in Aufgabenlisten spiegeln.
- KI-Ergebnisse in vorhandene Prozesse einbetten, etwa zur Vorqualifizierung von Anfragen.
Make oder n8n?
Make ist einsteigerfreundlich, hat viele fertige Verbindungen und ist als reines Cloud-Angebot verfügbar. n8n ist offen, sehr flexibel, lässt sich auch selbst hosten und ist damit ideal, wenn Daten Ihr Haus nicht verlassen sollen. Für die meisten KMU ist Make der schnellere Weg, n8n der nachhaltigere.
| Kriterium | Make | n8n |
|---|---|---|
| Einstiegshürde | Niedrig, sehr visuell | Etwas höher, technischer |
| Preismodell (Stand Juli 2026) | Kostenloser Einstiegsplan; bezahlte Pläne ab rund 9–10 € pro Monat | Cloud ab rund 20–25 € pro Monat; selbst gehostet kostenlos (plus Serverkosten) |
| Abrechnungslogik | Nach Operationen — viele kleine Schritte kosten schnell mehr | Nach Workflow-Ausführungen — komplexe Flows kosten nicht extra |
| Hosting / Datenkontrolle | Nur Cloud (EU-Rechenzentren wählbar) | Cloud oder eigener Server — volle Datenkontrolle möglich |
| KI-Bausteine | Vorhanden, baukastenartig | Sehr stark, inklusive eigener KI-Agenten-Workflows |
| Ideal für | Schnelle Standard-Automationen ohne IT-Aufwand | Datenschutzkritische Prozesse, wachsende Anforderungen |
Die Preise ändern sich gelegentlich — verbindlich sind die Preisseiten der Anbieter. Wichtiger als der Lizenzpreis ist ohnehin die Abrechnungslogik: Bei Make zahlen Sie pro Operation, was bei hohem Volumen teurer wird; bei n8n pro Ausführung, was komplexe Workflows begünstigt.
Ein durchgerechnetes Beispiel
Angenommen, Ihr Büro überträgt eingehende Website-Anfragen von Hand ins CRM, legt eine Aufgabe an und schreibt eine Eingangsbestätigung — pro Anfrage rund 10 Minuten, bei 30 Anfragen im Monat also 5 Stunden. Bei einem internen Stundensatz von 40 Euro sind das 200 Euro monatlich für reine Übertragungsarbeit. Die passende Automation kostet nach der Einrichtung einen niedrigen zweistelligen Betrag im Monat und arbeitet fehlerfrei, sofort und auch freitags um 17 Uhr. Solche Rechnungen lohnen sich für jeden wiederkehrenden Ablauf — wo KI dabei sinnvoll ergänzt, zeigt der Artikel KI im Mittelstand.
Wo die Grenzen liegen
- Komplexe Fachlogik, die viele Ausnahmen berücksichtigen muss, wird schnell unübersichtlich.
- Ohne saubere Dokumentation kennt sich nach einigen Monaten niemand mehr aus.
- Wenn Prozesse geschäftskritisch werden, braucht es Monitoring und Rollen für Änderungen.
Praxis-Empfehlungen
- Mit einem einfachen, klar messbaren Ablauf starten.
- Für jeden Flow einen Verantwortlichen benennen.
- Fehler-Alarme einrichten, damit Ausfälle nicht unbemerkt bleiben.
- Regelmäßig prüfen, ob der Flow noch zum Prozess passt.
- Sensible Daten nur über Anbieter leiten, die vertraglich und technisch zu Ihrer Datenschutzlage passen.
Umsetzung, Beratung und Betreuung finden Sie unter Prozessautomatisierung. Für Teams, die selbst automatisieren lernen wollen, gibt es die Schulung Automatisierung für Nicht-Techniker.

